Mittwoch, 10. März 10 um 13:24 Alter: 2 Jahr(e)

Höxteraner Jusos besuchen Kernkraftwerk


Kreis Höxter/Beverungen. Ein auf der Kreiskonferenz der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten im Kreis Höxter festgelegter Arbeitsschwerpunkt beschäftigt sich mit dem Thema Energiepolitik. Deshalb hat der  Juso-Arbeitskreis Atompolitik in Kooperation mit dem Juso-Kreisverband Paderborn zu einem Kernkraftwerksbesuch in Beverungen-Würgassen geladen, bei dem auch SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Unruhe teilgenommen hat.

Das Kernkraftwerk Würgassen (KKW) wird seit der Abschaltung am 26. August 1994 zur „grünen Wiese“ zurückgebaut. Bei insgesamt zwei interessanten Führungsterminen konnten nicht nur die Arbeiten im Werk beobachtet, sondern auch politische Argumente gegen eine Verlängerung der Reaktorlaufzeiten anderer Kernkraftwerke mit der Betreibergesellschaft E.ON erläutert werden.

Die junge Generation der SPD machte klar, dass die gesundheitlichen Risiken für den Menschen durch das Betreiben von derartigen Anlagen nicht ausreichend in die politischen Entscheidungen einfließen. Außerdem sei die Endlagerung hoch radioaktivem Materials in der heutigen Zeit in wirtschaftlichen Berechnungen als Belastung viel zu gering berücksichtigt. Die langfristigen Folgen für die Bevölkerung und für die Umwelt sind nicht kalkulierbar. Das Desaster von Asse und die letzten Störfälle in diversen Kernkraftwerken sind Mahnmale genug. Der stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende Sebastian Siebrecht betonte: „Wir müssen uns stets im Klaren darüber sein, dass wir auch Verantwortung für die nächsten Generationen zu tragen haben.“

Die Jusos fordern ein schnelles Handeln der Politik und ein Umdenken der Energieerzeuger. Nur regenerierbare Energie könne eine langfristige Lösung sein, denn auch Uran werde nach allen Berechnungen spätestens Ende des nächsten Jahrhunderts versiegen – jedoch würden die stark strahlenden Rückstände zigtausende Jahre Zeuge des Kapitalismus sein.

„Wir brauchen keine Atomkraftwerke, die uns noch über zehntausend Jahre belasten. Wir wollen verstärkte Initiativen für erneuerbare Energien, weil die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch Arbeitsplätze im Kreis Höxter schaffen werden“, sagte Sebastian Siebrecht abschließend.

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Unruhe forderte seinen Kollegen von der CDU auf, endlich Klarheit in seine Aussagen zu bringen. In einer Versammlung vor der Jungen Union hatte Hubertus Fehring (wir haben darüber berichtet) den Erhalt der Atomkraft und den Bau neuer AKWs angesprochen. „Wenn Herr Fehring in Würgassen ein neues Atomkraftwerk bauen lassen will, dann ist er einer der vielen Traumtänzer in den Reihen der CDU. Kein Energieversorger in Deutschland will ein neues Atomkraftwerk bauen, weil es viel zu teuer ist. Es gibt aber ein großes Interesse am Bau eines Gaskraftwerkes in Beverungen. Dieses Vorhaben werde ich unterstützen und fordere die CDU auf, mit mir gemeinsam für dieses Werk zu kämpfen. Das wäre gut für den Kreis Höxter“, erklärt Jürgen Unruhe.


 
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