Montag, 09. Januar 06 um 09:54 Alter: 6 Jahr(e)

Kreis-SPD fordert persönliche Konsequenzen von Bürgermeister Stickeln Krankenhaus Warburg: Johannes Reineke fragt nach der politischen Verantwortung


Kreis Höxter / Warburg. „Wer übernimmt die politische Verantwortung? Und wie übernimmt er sie?“ Diese beiden Kernfragen nach dem Personaldesaster in der Geschäftsführung des Krankenhauses Warburg stellt die SPD im Kreis Höxter.

„Das Krankenhaus Warburg ist insbesondere durch schwere Führungsfehler in eine äußerst schwierige Lage geraten“, meint Johannes Reineke, der SPD-Kreisvorsitzende. Die Entlassung des erst vor knapp einem Jahr ins Amt gehievten Geschäftsführers Brunner-Salten sei der Tiefpunkt in einer Reihe von fragwürdigen Entscheidungen.

Im Mittelpunkt der Kritik der Sozialdemokraten stehen Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln und der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Dr. Ulrich Conradi. Reineke: „Wenn sich Entscheidungen, die nach sehr kritischen Auseinandersetzungen getroffen worden sind, im Nachhinein als falsch erweisen, dann müssen die Wegbereiter dieser Entscheidungen auch die politische Verantwortung übernehmen. Verbale, unkonkrete Erklärungen reichen nicht.“

Großen Respekt zollt der SPD-Politiker der Belegschaft im St.-Petri-Hospital. Reineke: „Die Beschäftigten im Warburger Krankenhaus haben sich vertraglich in einer sehr schwierigen Situation verpflichtet, mit deutlichen finanziellen Einbußen weiterzuarbeiten. Sie tun dies mit großem Engagement, um kranken Menschen zu helfen.“

Quer durch die verantwortlichen Gremien seien in der jüngsten Zeit Fehleinschätzungen erfolgt: in der Zweckverbandsversammlung, im Aufsichtsart, im Stadtrat Warburg und auch von Mitgliedern des Kreistages. Die Querelen zwischen Bürgermeister Stickeln und Landrat Hubertus Backhaus haben im Jahr 2005 sogar zum Rückzug des Landrates vom Amt des Verbandsvorsitzenden geführt, erinnert Reineke. Die Kreis-SPD habe die Politik von Bürgermeister Stickeln im Kreistag und in den zuständigen Ausschüssen konsequent und einstimmig abgelehnt.

In der Frage der Neuausrichtung in Eigenständigkeit hatte Stickeln sich aber durchgesetzt. Die Entlassung von Brunner-Salten zeigt jetzt unübersehbar, so Reineke: „Warburgs Bürgermeister ist mit seiner Politik gescheitert!“ Der SPD-Kreisvorsitzende richtet öffentlich an ihn die Frage: „Was ziehen Sie, Herr Stickeln, persönlich für Konsequenzen?“ Dieser Selbstprüfung dürfe sich auch Dr. Ulrich Conradi als Aufsichtsratsvorsitzender stellen.


 
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