Unruhe: „Elternwille respektieren! Schulstandorte ortsnah bewahren!“
Schulen leiden unter Anmelderückgang – Gesamtschule kann Kräfte bündeln
Kreis Höxter / Willebadessen / Düsseldorf. Das Nützliche mit dem Angenehmen verknüpfte jetzt der Stadtverband Willebadessen der SPD. Er verband seine gesellige Reise an den Rhein mit einem intensiven Informations- und Meinungsaustausch mit dem Landtagsabgeordneten Jürgen Unruhe. Im SPD-Fraktionssaal des Düsseldorfer Parlaments ging es in der etwa 90-minütigen Konferenz unter Leitung von Paul Arens (SPD Willebadessen) um die Schulentwicklung im Kreis Höxter.
Unruhes Ausführungen basierten auf den neuesten Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen im Kreis Höxter. Der SPD-Landtagsabgeordnete: „Die Zahlen sind im Trend noch einmal rapide gesunken. Nicht wenige Schulen sind gerade mal noch zweizügig, einige sogar nur noch einzügig. Ihr Bestand ist vor dem Hintergrund des geltenden Schulgesetzes gefährdet.“
Es sei angesichts der sinkenden Geburtenzahlen nicht zu erwarten, dass die Zahlen in den Folgejahren sich bessern würden. Projiziert auf das künftige Oberstufenangebot lasse das auch für die städtischen Gymnasien drastische Einschränkungen in der Fächerwahl, also in der Bildungsqualität, befürchten. Unruhe: „Gerade für den ländlichen Raum muss die Landespolitik neue Ideen entwickeln. Ziel soziademokratischer Bildungspolitik ist es, gute Bildung ortsnah zu gewährleisten und den Elternwillen zu stärken. Der Elternwille der letzten Jahre drückt sich eindeutig gegen die Hauptschule aus. Das müssen die Verantwortlichen in der Politik am Rhein in Düsseldorf genauso wie an der Weser im Kreis Höxter respektieren!“
Die Runde analysierte die Entwicklung der letzten Jahre: „Es hat noch nie so viele Schulschließungen im Kreis Höxter gegeben wie in den letzten fünf Jahren unter Verantwortung der CDU im Land Nordrhein-Westfalen. Die Schließungen von weiteren Hauptschulen, zum Beispiel Stahle, ist bereits beschlossene Sache. Der Landtagsabgeordnete Hubertus Fehring und andere von der CDU sagen trotzdem unverdrossen: ,Weiter so!’ Das ist zynisch und unverantwortlich gegenüber unseren Kindern.“ Das raube der jungen Generation die ohnehin eingeschränkten Zukunftschancen im Kreis Höxter.
Unruhe erweitert: „Wenn Schulschließungen angesichts des demografischen Wandels und angesichts des Elternwillens nötig sind, muss die Politik gleichzeitig dafür sorgen, dass auch in unserer ländlichen Region ein attraktives Bildungsangebot entwickelt wird. Hier hört man von der CDU nichts. Nur wogegen sie sind. Die Einführung der ersten Gesamtschule im Kreis Höxter allerdings verbindet die wichtigen Aspekte künftiger Bildungspolitik.“ Ein weiterer Vorteil sei der neunjährige Weg zum Abitur, also ein Jahr mehr als auf dem Gymnasium.
Der Landtagsabgeordnete begründet: „Denn die Schülerinnen und Schüler haben auf ihrem Bildungsweg eine viel größere Menge an Wissen zu verarbeiten als vorangegangene Generationen. Wir sollten sie dabei stärken. Das veraltete System erzeugt neunmal höhere ,Absteigerzahlen’ etwa vom Gymnasium auf die Hauptschule als ,Aufsteiger’. Die Ursachen dafür liegen nicht bei den Kindern, sondern im dreigliedrigen System. Wir müssen für ein starkes, ortsnahes Bildungssystem im Kreis Höxter mutig arbeiten. Realitätsferne Schönrederei wie sie die Herren Fehring und Spieker betreiben, ist schädlich, parteitaktisch und wird am Tag nach der Landtagswahl keine Gültigkeit mehr haben – so oder so!“

