Bildung fängt mit dem Schulweg an!
Andreas Suermann (SPD) pocht auf Lösung des Schulbusproblems: Bürgermeister und Stadträte haben die zentrale Verantwortung!Kreis Höxter. „Der Schulbusverkehr ist ein Problem, das im Kreis Höxter oft verdrängt wird. Damit ist jetzt Schluss. Wir rücken den Weg unserer Kinder und Jugendlichen von ihren Wohnorten zu ihrer jeweiligen Bildungsstätte in den Mittelpunkt“, erläutert Andreas Suermann eines seiner vorrangigen politischen Vorhaben für das Jahr 2009. „Ich greife die zahllosen Hinweise in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern in allen Städten auf! Wir dürfen die Eltern und Schüler in den Dörfern und Städten nicht hinhalten und vertrösten. Wenn nötig, müssen die Kommunen hierfür in die Schatulle greifen. Bildung ist ein zentrales Thema und Bildung fängt mit dem Schulweg jeden Morgen an! Wir müssen die Schulwege sicherer und kürzer machen!“
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag führt das Problem in seiner Presseerklärung detailliert aus: „Gerade im eisigen Winter zeigen sich vielerorts verschärft die Schwierigkeiten und Gefahren, wenn die Kinder und Jugendlichen mit dem Bus zu ihren Schulen gebracht werden. Wenn die Busse witterungsbedingt verspätet kommen oder nicht fahren, verpassen die Kinder Unterricht, wenn sie fahren, gefüllt bis auf den rechnerisch letzten Platz, ist die Fahrt ein nicht selten riskantes Abenteuer. Das Unfall- und Gesundheitsrisiko tragen die Kinder.“
Das Schulbusproblem gibt es aber nicht nur im Winter, sondern zu allen Jahreszeiten. Nach Suermanns Recherchen gibt es Fälle, „an denen Kinder auf dem Hin- oder Rückweg an Zwischenhaltestellen warten müssen, manchmal nochmals bis zu 20 Minuten“. Schülerinnen, die um 14 Uhr Unterrichtsschluss haben, kämen erst gegen 16 Uhr zu Hause an und müssten dann noch Hausaufgaben machen. In Zeiten von G8 (Abitur nach acht Gymnasialjahren) mitunter bis in den Abend. Suermann spitzt zu: „Das sind manchmal Arbeitstage wie sie Bürgermeister und Manager haben, für unsere Kinder allerdings zu wesentlich schlechteren Rahmenbedingungen.“
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag nennt weitere Beispiele der „schier endlosen Mängelliste“: „Schon Sechsjährige verlassen vor 7 Uhr ihr Elternhaus, sie erreichen ihre Grundschule um etwa 7.30 Uhr, der Unterricht beginnt um 8 Uhr. Über eine Stunde vor Unterrichtsbeginn geht’s also für diese Schulanfänger los, um einen Schulweg von Luftlinie vielleicht zwei Kilometern zu überwinden.“ Auf anderen Schulbuslinien werde rechnerisch jeder Platz ausgefüllt. Das heißt: mehrere Kinder auf einem Sitzplatz. Im Gang stehen die Kinder dicht an dicht. Das seien meist die Kleineren, die sich kaum festhalten könnten. Die Haltegurte hängen oben - für sie unerreichbar. „Im Gegensatz zu Reisebussen besteht in Schulbussen ja keine Anschnallpflicht. Hier, wo sie dringend nötig wären, verzichtet der Gesetzgeber auf strengere Standards“, empört sich der SPD-Politiker. Und die zehn Städte im Kreis Höxter gehen bis an die Grenze des Erlaubten, wenn sie die Aufträge unter Kostenminimierungsaspekten an die Verkehrsunternehmen erteilen.“
Der Landratskandidat fordert klar und eindeutig: „Wenn wir im Kreis Höxter für die Lösung des gravierenden Problems mehr Geld ausgeben müssen, dann müssen wir es eben tun. Sicherheit geht vor! Wir wollen alle den Kreis Höxter lebenswert erhalten und gestalten. Die Kinder, ihre Bildung und Ausbildung sind unsere Zukunft. Bildung ist auch eine Frage des sicheren und kurzen Schulwegs. Entweder wird das Problem gelöst oder die Zukunft des Kreises Höxter zieht weg!“, weist der Landratskandidat auf mögliche Zusammenhänge mit dem demografischen Faktor hin. Dieser ist im Kreis Höxter derzeit besonders negativ.
Der SPD-Kreispolitiker: „Es ist richtig und wichtig, dass der Kreis Höxter sich des Themas DSL-Datenübertragung in besonderer Form annimmt. Wir brauchen eine gute Infrastruktur. Viele unserer Kinder erfahren Infrastruktur aber zuerst in Schulbussen – und zwar auf gefährlich niedrigem Niveau. Es ist also noch wichtiger, dieses zentrale Lebensthema in den Mittelpunkt zu stellen. Die Städte müssen zusammen arbeiten. Die Bürgermeister in ihrer Gesamtheit schnell Lösungen entwickeln. Die Stadträte müssen aufs Tempo drücken. Die Eltern müssen sich bei ihren Städten melden: unentwegt, nicht abwimmeln lassen!“
Suermann benennt „klipp und klar“ die Verantwortlichen: „Lösen können das Schulbusproblem nicht die Schulen, nicht die Eltern, nicht die Busunternehmen, sondern nur die verantwortlichen Räte mit ihren Bürgermeistern. Im Kreistag werden wir prüfen, wie wir von dieser Ebene aus an der Lösung mitarbeiten können. Alle müssen begreifen: Ohne Bildung ist alles nichts. Und Bildung fängt mit dem Schulweg an. Gerade im ländlichen Kreis Höxter!“
