Sonntag, 24. April 11 um 00:00 Alter: 1 Jahr(e)

SPD empfiehlt Gelassenheit in der Nationalpark-Debatte


Kreis Höxter. „Viele Aussagen, die in der öffentlichen Diskussion über einen möglichen Nationalpark Teutoburger Wald/Egge in den letzten Wochen getroffen wurden, sind voreilig oder gehen am aktuellen Sachstand vorbei. Auf viele Fragen können noch keine Antworten gegeben werden“, nimmt Jürgen Unruhe, der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende zu jüngsten Äußerungen insbesondere von UWG und FDP Stellung.

Das betreffe vor allem die Auswirkungen auf die Holzindustrie. Unruhe: „Ein Gutachten dazu wurde vom Kreis Lippe beim Beraterbüro Roland Berger in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.“  Die private Brennholznutzung sowie die Jagdausübung würden in einer Nationalparkverordnung vorab geregelt. Auch diese liege noch nicht vor. Außerdem seien die Verhandlungen über die Gebietskulisse zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landesverband Lippe noch nicht abgeschlossen.

Der SPD-Politiker weist darauf hin, dass „schon jetzt viele Bedenken der Holzindustrie, also auch die der FDP, vom Landesbetrieb Wald und Holz abgeschwächt wurden: Eine Bewirtschaftung wird es weiter geben!“ So sei auch mit einem vermehrten Fichteneinschlag in den nächste 20 bis 30 Jahren zu rechnen.

Wegen des noch offenen Planungsstandes appelliert Unruhe zur Gelassenheit in der Diskussion.  Es gelte folgender Ablauf: Erstens: Gebietskulisse festlegen; zweitens: fachliche Prüfung der Gebietsflächen; drittens: Begründung der Unterschutzstellung und Zielentwicklung; viertens: Verordnung zur Erreichung der Ziele und der weiteren Bewirtschaftung. „Die SPD sieht deutlich mehr Vorteile als Nachteile bei der Einrichtung eines Nationalparkes. Kritische Fragen sind aber wichtig. Die Fragesteller sollten jedoch die Antworten der fachlichen Stellen abwarten. Alles andere ist Polemik und verrät inhaltliche Unsicherheit.“


 
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