„Kein Grund für Schulterklopfen im Kreis Höxter“
Jürgen Unruhe nimmt Stellung zu Kinderbetreuung und Bildung
Kreis Höxter. Der Kreis Höxter hat beim Sprachtest „Delfin 4“ im Landesvergleich gut abgeschnitten - Ergebnis guter Betreuung durch die Eltern und guter Arbeit in den Kindertagesstätten. „Das Resultat ist gut. Aber zu Lobeshymnen auf den Kreis Höxter wie sie Schulrat Hubert Gockeln in der Presse angestimmt hat, besteht kein Anlass. Die Rahmenbedingungen der Untersuchung müssten näher beleuchtet werden“, kommentiert der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Unruhe.
Der Politiker ergänzt: „Wir haben hier im Kreis Höxter absolut und auch relativ nicht so viele Kinder mit Migrationshintergrund wie andere Kreise und kreisfreie Städte. Deshalb sollten wir beim Schulterklopfen vorsichtig sein.“ Es gelte für den Kreis Höxter wie für ganz Nordrhein-Westfalen, bei der Frühförderung in den Kindergärten nicht nachzulassen. Unruhe: „Das Kinderbildungsgesetz – Kibiz –, das 2008 in Kraft getreten ist, hat aber eher zu Verschlechterungen geführt. Weitere Erschwernisse kommen durch die Finanzpolitik der Landesregierung auf und zu, die den Städten und dem Kreis finanzielle Mittel vorenthalten, die dringend in den gesamten Bildungsbereich investiert werden müssten.“
Gerade der Kreis Höxter weise im Kinderbetreuungsbereich bei nicht wenigen Kriterien schlechteste Werte aus. Belege gebe hier der Bildungsreport 2009. Von „Standortvorteil“ könne bei der Gesamtbetrachtung beim besten Willen nicht gesprochen werden. Unruhe abschließend: „Wenn wir für die Kinder und Jugendlichen im Kreis Höxter eine Zukunft bauen wollen, müssen wir zunächst Realitätssinn und Ehrlichkeit walten lassen. Hierzu sind auch diejenigen aufgefordert, die aus politischen Gründen die großen Nachholbedarfe nicht gerne sehen wollen.“
