Kreistagsfraktion

von Kreistagsfraktion Höxter (Kommentare: 0)

Das Kreisarchiv Höxter versteht sich als „Gedächtnis des Kreises“, als Informationsspeicher für Verwaltung, Politik und Presse, vor allem aber für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises.
Im Mittelpunkt stehen die Übernahme, Ordnung, Erschließung und Pflege archivwürdiger Informationsträger aus der Kreisverwaltung. Aus dem Verständnis als moderne kreisgeschichtliche Dokumentationsstelle heraus sammelt das Archiv zahlreiche Publikationen zur Lokal- und Regionalgeschichte. Ferner berät das Kreisarchiv alle großen und kleinen Forscher und stellt bei einem persönlichen Besuch die benötigten Archivalien aus den Beständen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Schutzfristen zur Einsichtnahme bereit.
Die nunmehr untragbare Situation im Kreisarchiv erforderte einen Neubau, im Innenhof der Kreisverwaltung. Dieser Neubau wurde am 17.04.2017 begonnen und soll am 31.12.2017 fertiggestellt sein. Ein baubegleitender Ausschuss, eingesetzt durch den Kreistag, überwacht den gesamten Prozess.
In der letzten Sitzung des Kreistages musste die Verwaltung Fehler in der Frühphase des Projektes eingestehen. So wurde zwar ein Bau im Innenhof geplant, der damit einhergehende logistische Aufwand wurde dennoch erheblich Unterschätzt.
Weiterhin übersteigen die Ausschreibungsergebnisse deutlich die Kostenschätzungen. So wurde beispielsweise bei den Erd- und Betonarbeiten mit 315.000€ gerechnet die Ausschreibung ergab jedoch ein Ergebnis von 474.172€. Auch im Bereich Heizung/Sanitär/Belüftung hat man sich verrechnet. Geplanten Kosten von 128.500€ stehen tatsächliche Kosten von 171.980€ gegenüber. Einsparungen von rund 11.000€ im Bereich Fenster/Türen und Estrich können das Defizit nicht ausgleichen zumal weitere
Ausschreibungsergebnisse, beispielweise im Bereich Dach, Fassade und Außenanlage, noch ausstehen.
All diese Kostensteigerungen, sind aus Sicht der Kreisverwaltung, zum überwiegenden Teil der derzeit „Guten Konjunktur“ geschuldet.
Diese deutlich zu optimistische Bewertung, aus dem Jahr 2015, des Sachverhaltes sorgt im Ergebnis dafür, dass statt der ursprünglich geplanten Kosten von 750.000€ nun 1.100.00€ in die Hand genommen werden müssen.
Eine zusätzliche Sicherheit von 70.000€, um das Projekt verzögerungsarm abschließen zu können und weitere abweichende Aufträge erteilen zu können, ist wenig beruhigend. Immerhin hieß es noch Anfang des Jahres, dass das Projekt im geplanten Kostenrahmen bleibt und nun, wenige Monate später, müssen zusätzliche Kosten in Höhe von 350.000€ gestemmt werden.
Die Deckung dieser Summe erfolgt zu 90% über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG). Der Eigenanteil wird durch die Rückstellung einer Maßnahme erreicht.
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass durch derlei Kostenexplosionen, die in vielen Bereichen vorhersehbar waren, andere Projekte unter Umständen nicht mehr realisiert werden können oder die Aufnahme eines Kassenkredites zur Realisierung erfordern.
Dazu der Fraktionsvorsitzende Andreas Suermann:
„Mit unserer Ablehnung des Bauprojektes wollten wir ein Zeichen setzen und zum Umdenken anregen. Die Baukosten in den öffentlichen Verwaltungen dürfen den Rahmen der allgemeinen Wirtschaftlichkeit nicht überschreiten. Hierfür tragen bei den Bürgern immer die Mandatsträger die Verantwortung nie die Verwaltungen.“

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