SPD erinnert an den 85. Jahrestag der Ermordung von Felix Fechenbach

von Kreisverband Höxter (Kommentare: 0)

Knapp 50 Personen haben am Sonntag an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 85. Todestages Felix Fechenbachs teilgenommen. Der Vorsitzende der Felix-Fechanbach-Stiftung begrüßte die Anwesenden. Auch der stellvertretende nBürgermeisterin der Stadt Demold, Christ-Dore Richter, und den Vertretern der SPD – Warburg, vertreten durch Christoph Dolle, galt sein Gruß. Beide legten am Gedenkstein an der B 68 einen Kranz nieder.

Im Kleinenberger Wald bei Scherfede war vor 85 Jahren der Journalist Felix Fechenbach von SA und SS-Männern aus Detmold mit 20 Schüssen in den Rücken ermordet worden. Es hieß, er sei »auf der Flucht erschossen« worden. Fechenbach, der in das KZ Dachau gebracht werden sollte, starb noch am selben Abend, dem 7. August, im Scherfeder Krankenhaus. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Rimbeck beigesetzt. Die Mörder wurden in den späten 50er Jahren zum Teil zur Verantwortung gezogen.

Felix Fechenbach verkörperte vieles von dem , was den Nazis verhasst war: Er war Jude, Sozialdemokrat und Pazifist. Mit seiner Zeitungskolumne »Nazi Jüsken«, in der er Parteiinternas aus der NSDAP weitergab und sich darüber lustig machte, hatte er die Nationalsozialisten zusätzlich gegen sich aufgebracht.

»Die Erinnerung an Felix Fechenbach wachzuhalten, wird immer schwerer, denn es gibt kaum noch Menschen, die ihn persönliche gekannt haben«, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Dennis Maelzer in seiner Eröffnungsrede. »Georg Klöpper aus Detmold hat Felix Fechenbach noch gekannt. Er nahm all die Jahre an dieser Gedenkfeier teil und ließ uns teilhaben an seinen Erinnerungen. Vor zwei Wochen ist Georg Klöpper im Alter von 94 Jahren verstorben. So gilt unser Gedenken nun auch ihm«, sagte Dr. Dennis Maelzer, der Geschäftsführer der Felix-Fechenbach-Stiftung ist.

Als Gründungsmitglied der Felix-Fechenbach-Stiftung sprach SPD-Geschäftsführer und Vorsitzender der SPD-Regionalratsfraktion, Rainer Brinkmann, und zitierte Fechenbachs Urenkel Tobias Wiederkehr, der am gleichen Ort vor zehn Jahren sagte: »Ich wünsche mir, dass dein Tod nicht vergebens war. Dass viele Menschen – und ganz besonders wir jungen – durch dich ermutigt werden, einzustehen für das, was wichtig und richtig ist: für Menschlichkeit, Toleranz und Frieden«.

Für ihn sei es heute wichtig, die Demokratie zu fördern. Dabei hob er hervor, dass es hierfür nicht ausreiche, selbst kein Nazi zu sein. Für ihn sei gerade in der aktuellen Zeit ein aktives Engagement für die Demokratie, für Toleranz, für Meinungs- und Pressefreiheit ebenso notwendig wie der Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Brinkmann berichtete von den Anfängen der Stiftung und erinnerte an den Antrag der Jusos, die August-Weweler-Straße in Detmold in Felix-Fechenbach-Straße umzubenennen. Weweler war für die Kulturpolitik der Nazis in Lippe zuständig gewesen. »Es war kein Selbstläufer, aber nach einem Jahr Beharrens wurde die Straße umbenannt«, sagte Brinkmann. »Es folgten Schulen und weitere Straßen, die heute den Namen des Mannes tragen, der nur 39 Jahre alt wurde.«

Um die Erinnerungsarbeit langfristig auch finanziell zu sichern, sei Mitte der neunziger Jahre der Gedanke entstanden, eine Stiftung zu gründen. »Dank der Spendenbereitschaft der lippischen SPD und ihrer Mitglieder gelang es schnell, ein Stiftungskapital aufzubringen«, so Brinkmann. Auch in Warburg gebe es seit vielen Jahren Menschen, die sich mit dem Thema Fechenbach beschäftigten, sagte Brinkmann.

Das Schlusswort der Veranstaltung sprach Christoph Dolle, der darauf hinwies, dass die Grabstelle Fechenbachs auf dem jüdischen Friedhof in Rimbeck von Interessierten besucht werden kann. »Seien sie wachsam, behalten sie Felix Fechenbach in Erinnerung und halten sie seine Prinzipien hoch«, verabschiedete der SPD-Vorsitzende die Zuhörer.

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