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Höxters unbekannter Nazi Gegner

Hermann Worch – geboren genau vor 130 Jahren – Gegner der Nazis – SPD-Kommunalpolitiker in Coburg und Thüringen – in seiner Geburtstadt Höxter fast vergessen

Hermann Worch – geboren genau vor 130 Jahren – Gegner der Nazis – SPD-Kommunalpolitiker in Coburg und Thüringen – in seiner Geburtstadt Höxter fast vergessen

Höxter. Anlässlich des 130. Geburtstages erinnert die SPD an Hermann Worch, evangelischer Christ, Sozialdemokrat, dessen Familie von den Nationalsozialisten vernichtet wurde. Der Sohn des Höxteraner Baugewerkschuldieners Robert Worch und dessen Ehefrau Friederike ist am 12. Februar 1890 in der Weserstadt geboren und hier aufgewachsen. Seine beruflichen Stationen führten ihn nach Schwelm, Coburg und Weimar. Er begann als Bürogehilfe, dann Polizeiassistent, später Kommissar und Regierungsrat. Seine Aufgabe im thüringischen Landeskriminalamt war 1923 die Bekämpfung extremistischer verfassungsfeindlicher Verbände.
Politisch führte sein Weg über die USPD in die SPD, wurde 1925 Bürgermeister in Langewiesen (heute ein Ort in der Stadt Ilmenau/Thüringen), Mitglied im „Bund der religiösen Sozialisten“, klarer Gegner der Nationalsozialisten. Bereits im August 1932 übernahm die NSDAP die Regierungsgewalt in Thüringen, zum 1. Juli 1933 wurde Worch als Bürgermeister abgesetzt. Dieser emigrierte wenige Tage später nach Prag und von dort 1934 in das dänische Greena.
Die Nazis nahmen als Vergeltungsmaßnahme Worchs Ehefrau Frieda und Tochter Gisela in Sippenhaft. Worchs Familie wurde ins Konzentrationslager Bad Sulza überführt. Dort war die 16-jährige Tochter zu der Zeit die jüngste Insassin. Ehefrau Frieda wurde in Gefangenschaft in den Suizid getrieben. Als Hermann Worch von ihrem Tod erfuhr, zerbrach er daran, starb 45-jährig am 24. Februar 1935 im dänischen Exil. Tochter Gisela überlebt, wurde zunächst Juristin in der DDR, später Wissenschaftlerin in den USA.
Helmut Lensdorf, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Höxter, stieß erst vor wenigen Tagen bei einer Internetrecherche zu einem anderen politischen Thema auf die bewegend-tragische Familiengeschichte, die in der Kreisstadt seinen Ursprung nahm. In Höxter ist Hermann Worch in Vergessenheit geraten. Der SPD liegt noch kein Foto vom Politiker vor, 1919 auch jüngster Stadtverordneter in Coburg. Der SPD-Vorsitzende fragt nun: „Vielleicht gibt es Historiker, Heimatforscher oder Archivare, die zur Biografie etwas beitragen möchten? Wir würden uns über Unterstützung freuen. Einfach im SPD-Büro melden, Telefon (05271) 7575. Vorab vielen Dank!“

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