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SPD: Stufenmodell für Wiedereinstieg in den Unterricht – Mehr Schulsozialarbeit!

Bildung im Kreis Höxter 2021

Kreis Höxter. „Lockdown, digitaler Unterricht und Homeschooling schränken das Schulleben nicht nur vorübergehend stark ein. Die Folgen der Corona-Pandemie werden für das Bildungswesen gerade auch im Kreis Höxter weitreichende Nachwirkungen haben. Deswegen gilt es, die Rückkehr zum Präsenzunterricht gut vorzubereiten“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende Julia Brand-Tuerkoglu. Die Kreis-SPD möchte, dass die Effekte positiv sind, nicht negativ. Dafür gibt sie Anregungen, weist auf Gefahren hin und fordert bildungspolitischen Gestaltungsspielraum für Städte und Schulen.

Die Höxteraner Sozialdemokratin hat unterschiedliche Einschätzungen gesammelt, sortiert und gebündelt. Am digitalen Austausch zum Thema „Schulen im Kreis Höxter 2021“ haben sich Rebekka Dierkes, schulpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion und Lehrerin, Marcel Franzmann, Wirtschafts- und Religionspädagoge, ebenfalls Kreistagsmitglied, sowie Sybille Mocker-Schmidt, SPD-Bildungspolitikerin aus Marienmünster und Mutter mit Kindern im Vorschul-, Primar- und Sekundarbereich.

„Wir müssen uns in den Städten und Schulen auf die Zeit nach dem Lockdown und nach Corona vorbereiten. Es wird nicht so sein, wie es vorher war. Wenn wir die richtigen Lehren aus dieser Zeit ziehen, können wir die Bildung für unsere Kinder im Kreis Höxter besser ausrichten und – wo erforderlich – die Corona-Zeit auch aufholen! “, so die Eingangsforderung von Julia Brand-Tuerkoglu. Das sei eine Langzeitaufgabe. Die SPD-Sprecherin weiter: „Investitionen in die Bildung dürfen nach überwundener Pandemie nicht wieder reduziert werden. Hier wieder einzusparen wäre eine Sünde gegen die Generationengerechtigkeit.“

„Wir brauchen für den Ausstieg aus dem Lockdown und den Wiedereinstieg in den geregelten Präsenzunterricht in den Schulen ein Stufenmodell. Ein Neustart für alle gleichzeitig überfordert den gesamten Schulbetrieb“, so Rebekka Dierkes. „Insbesondere die jüngeren Schülerinnen und Schüler müssen jetzt intensiv begleitet und gefördert werden.“ Die Bildungspolitikerin stellt klare Forderungen: „Wir brauchen deutlich mehr Fachkräfte in multiprofessionellen Teams insbesondere in der Schulsozialarbeit – an mehrzügigen Schulen eine Stelle pro Jahrgang!“

Rebekka Dierkes stellt genauso wie Sybille Mocker-Schmidt „nach wie vor vermeidbare Mängel an medialer Grundausstattung“ fest. Mocker-Schmidt hat unterschiedliche Eindrücke gewonnen: „An der einen Grundschule funktioniert das relativ anspruchsvoll. Die ist gut aufgestellt. An der anderen Schule hapert es. Da hinkt das mediale Knowhow dem Ruf deutlich hinterher.“ Einen Verbesserungsvorschlag stellt Rebekka Dierkes heraus: „Die Unterstützung von Informationstechnologie, also IT, für die Schulen muss strategisch und personell deutlich besser ausgebaut werden. Wie viel Zeit in diesen Monaten in Programmierungsfummelei für Lehrkräfte verloren geht, die viel besser in pädagogische Arbeit investiert werden sollte. Das ist auch eine Aufgabe für die Zeit nach Corona.“

Bewegung fordert die SPD außerdem. „Kein Sport, keine Freunde treffen, ganze Schuljahrgänge haben derzeit keine Möglichkeit, das Schwimmen zu lernen“, weist Sybille Mocker-Schmidt auf klare Defizite hin. Marcel Franzmann: „Gerade die ersten zehn Entwicklungsjahre unserer Kinder sind  eine  prägende Zeit für die Kinder.“ Die gesellschaftlichen Gefahren seien nicht zu unterschätzen. Es bestehe Handlungsbedarf für alle. „Kein Kind zurücklassen“, daran erinnert Sybille Mocker-Schmidt. Und weiter: „Förderung gerade der Lernschwachen, Wiederholung von wichtigem Unterrichtsstoff, Bewegung sowie die Sozialkompetenzen durch Spielen, Reden oder auch Konflikte lösen, dies müssen die Kinder teils auf-, teils nachholen.“ Franzmann: „Da fehlt ein Konzept der Landesregierung. Das darf die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik aber jetzt nicht davon abhalten, eines zu entwickeln.“ Die Kooperation mit Sportvereinen einschließlich der Förderung einkommensschwacher oder von der Corona-Pandemie belasteter Familien ist nur ein wichtiger Baustein dabei.“

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